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Samstag, 1. November 2014

"Water Only" "No Poo" Haare ohne Shampoo waschen - das Experiment Tag 1-10

Hallo ihr Lieben :)!

Ich habe wieder mal einen Trend aufgespürt, und zwar verbirgt er sich hinter den beiden Namen die bereits da oben im Titel stehen.

Worum und geht's?
Um Haarpflege. "No Poo" steht für no Shampoo, also dafür, sich die Haare ohne Shampoo zu waschen, stattdessen verwenden einige Probanden Natron und Apfelessig oder andere alternative Haarpflegeprodukte.
Bei "Water Only" dagegen werden die Haare nur mit Wasser gewaschen und täglich mit einer Naturborstenbürste gebürstet. Ich bin mir mit meiner Erläuterung der beiden Begriffe nicht ganz sicher, aber es erscheint mir so recht logisch.
Angeblich ist die Sängerin Adele eine Anhängerin dieser Methode, Amanda Seyfried, Miranda Kerr, aber das sind alles nur Gerüchte.

Warum?
  • Erstens ist es umweltfreundlicher. Gott, was wir schon an Tonnen Shampoo im Laufe unseres Lebens in die Abflüsse dieser Welt geleert haben!
  • Durch das Waschen mit Wasser wird der Teufelskreis gebrochen, der durch die Verwendung von Shampoos entsteht: Shampoos entfernen die natürliche Schutzschicht der Haare. Das führt dazu, dass die Kopfhaut noch mehr Fett produziert. Deshalb müssen wir sie wieder waschen, fettig, waschen usw.  Verwendet man nur Wasser, fetten die Haare nach einer gewissen Zeit nicht mehr so schnell und viel.
  • Weiters gibt es die Theorie, dass die Kopfhaut alle Nährstoffe, die unsere Haare für gutes Wachstum, Festigkeit usw. brauchen, selbst produziert. Durch das Bürsten werden diese Nährstoffe von der Kopfhaut bis in die Spitzen verteilt. Das wirkt dem allbekannten Phänomen "fettiger Ansatz, trockene Spitzen" ideal entgegen.
  • Da nun die Haare super versorgt sind mit allem was sie brauchen, um schön und kräftig zu sein, werden sie das auch. Natürlicher Glanz und feste Haare :D hach, ich hoffe das stimmt!
  • Weniger Schuppen
  • Weniger Haarausfall
Vorausgesetzt (!) man macht alles richtig. 


Wie geht's?
Gibt man auf Youtube "No Poo" ein, so sieht man Frauen, die ihre Haare zuerst mit einer Mischung aus Natron und Wasser waschen, da Natron sehr stark basisch ist und absolut alles Fett entfernt. Anschließend wird mit Apfelessig (1:1 mit Wasser vermischt) gespült, um die Schuppenstruktur an der Haaroberfläche wieder zu schließen und um Basen und Säuren auszugleichen.

Für "Water Only" benötigt man eigentlich nur 2 Dinge: Wasser und eine Naturborstenbürste (Schweinsborstenbürste. Vegane Alternative ist mir leider noch keine bekannt, ich hatte glücklicherweise schon eine).
Man wäscht also die Haare ganz normal, bloß eben mit Wasser, und sieht zu, dass man sie etwa 2x täglich bürstet. 100 Bürstenstriche (25 hinten kopfüber, 25 an den Seiten je, 25 von vorne nach hinten) und immer von der Haarwurzel bis in die Spitzen. Man glaubt nicht wieviel das bringt! Beim Bürsten geht das meiste raus, es ist also bei dieser Methode unglaublich wichtig, ohne funktioniert's nicht. Die Bürste muss selbstverständlich regelmäßig gereinigt werden, man wäscht sie mit Shampoo oder Seife.

Die ganze Umstellung dauert angeblich 4-6 Wochen, Geduld ist gefragt. Und ja, man sollte sich nicht sooo sehr vor fetten Haaren ekeln.

Was spricht dagegen? Risiken?
Vielleicht haben einige von euch vor ein paar Wochen einen Bericht auf RTL zu diesem Thema gesehen? Bei dem wird einem richtig Angst eingejagt und man beginnt zu glauben, dass Wasser schlecht für die Haare ist… Jaja, die Reporterin hat bloß nicht oft genug gebürstet und geglaubt, dass die Haare nach dem ersten Mal Wasser-waschen gleich einer Hollywoodmähne gleichen.
Ich wüsste von keinen ernsthaften Risiken. Ich meine, Wasser ist doch nicht giftig oder so. Laut Erfahrungsberichten läuft alles glatt, wenn man auch fleißig bürstet. Das ist echt wichtig! Man kann natürlich nicht erwarten, dass die Haare weiterhin nach Mangoblüte und Vanille duften, hihi, aber angeblich stinken sie auch nicht. Und sollte man einen bestimmten Geruch bevorzugen kann man immer noch Duftessenzen einmassieren oder so.

Und los geht's! :D
Ich konnte mich vor Neugier natürlich kaum mehr halten und habe deshalb beschlossen, das ganze selbst auszuprobieren - so lange es geht. Umdrehen kann man ja immer noch. Ab jetzt wird jeden Tag fleißig gebürstet, jeweils 100 Bürstenstriche, und alle paar Tage mit Wasser gewaschen.

Tag 1 - 10

Tag 1 ist bei mir der erste Tag nach meiner letzten Shampoo-Wäsche.
Man merkt noch nichts.

Tag 2 sehen sie schon etwas fettig aus. Ich bürste meine Haare mit der Schweinsborstenbürste und binde sie zu einem Pferdeschwanz. Erstaunlicherweise sehen sie nicht fettig aus, auch wenn sie sich so anfühlen. Abends kommt die erste Wasser-Wäsche. Da natürlich kaum etwas Fett rausgeht wirken sie feucht noch viel fetter. Ich reiss mich zusammen und geh ins Bett. Notfalls kann ich sie morgen Früh auch noch mit Shampoo waschen, falls ich nicht arbeitstauglich aussehe.

Tag 3 komisch, nach dem bürsten merkt man wieder nichts. Wenn das so weiter geht werde ich zwar die nächsten Tage nur mit hochgebundenen Haaren ausser Haus gehen, das wäre es mir jedoch wert. Solange ich gesellschaftsfähig bin. Hab mir das ganze irgendwie schlimmer vorgestellt, aber es ist ja erst die erste Woche. Etwa 4 kommen noch.

Tag 4 ich erzähle einer Freundin von meinem Experiment und frage sie, wie meine Haare aussehen. Total gut meint sie. Am Abend wasche ich wieder mit Wasser. Danach wirken sie, wie beim ersten Mal, extrem fettig. Die Bürste wasche ich übrigens auch 1-2 Mal täglich mit Seife oder Shampoo, um das viele Fett und diverse Rückstände zu entfernen.

Tag 5-7 ich bin begeistert! Es wird nicht mehr schlimmer, die erste Woche (angeblich die härteste) geht problemlos vorüber. Alle finden, dass meine Haare gut ausschauen, puh. Ich übrigens auch ;).
Mir kommt vor, dass sie, je länger die Wäsche her ist, umso weniger fettig sind o.O vielleicht saugen die Haare das Fett ja in sich auf? Sie wirken auf jeden Fall kräftiger.
Kurz habe ich meine Haare sogar offen getragen, sie fühlen sich übrigens die ganze Zeit über schon besonders weich und geschmeidig an.
Am Morgen des siebten Tages, ein Samstag, wasche ich sie wieder mit Wasser. Dieses Wochenende war ich schon sehr knapp an der Grenze, vor allem Sonntag habe ich mich irgendwie eklig gefühlt. Deshalb beschloss ich am Abend, die Haare einmal mit Backpulver (kein Natron im Hause) zu waschen und anschließend eine Essigspülung zu machen. Aber die Fettschicht ist schon so allgegenwärtig, dass das bisschen Backpulver nichts ausrichten kann.

Tag 8-10 Nach dem Bürsten ist die Welt wieder in Ordnung :). Hochgebunden und ab in die Arbeit. Habe als Alternative zu herkömmlichen Trockenshampoo Maisstärke in die Ansätze massiert und anschließend ausgebürstet. Das wirkt noch viel besser als dieses widerliche Zeugs aus der Spraydose!
Am 10. Tag kam abends wieder ein Wasser-Waschgang. Oder besser gesagt drei. Und ich kann euch hocherfreut mitteilen, dass es die erste ihrer Art war, nach der meine Haare sich nicht noch fettiger angefühlt haben als vorher :D! Woooow wie cool!

Fazit bisher:
  1. Deutlich weniger Haarausfall!!
  2. Kaum bis gar keine Schuppen.
  3. Weiches, geschmeidiges Haar. Wie nach einer Haarkur, was es ja indirekt auch ist.
  4. Was das fetten betrifft, Besserung nach etwa 10 Tagen.
  5. Auch, wenn sie sich am Ansatz unangenehm und fettig anfühlen, so sieht man im hochgebundenen Zustand nichts. Natürlich wirken sie nicht wie frisch gewaschen, aber auch nicht so, als wäre das letzte Mal Shampoo über eine Woche her.
  6. Kein Gestank, nur ein normaler Geruch. Nach Haaren eben, was soll ich sagen.

Ich bin weiterhin wahnsinnig gespannt, wie sich das alles noch entwickeln wird. Habe vor, alle Paar Tage ein Update zu posten und euch auf dem Laufenden zu halten :)

Adieu
keep on brushing!

Kommentare:

  1. Absolut interessant! Noch habe ich Shampoos. Ich färbe meine Haare auch mit Henna, und am 2. Tag ist es vielleicht schon gut, dass mit Shampoo auszuspülen, verwende aber nur mildes Naturshampoo. Und ich habe einen Pony, da stelle ich es mir auch nicht so leicht vor...ich wasche meine Haare alle 2 Tage, wie ich gesehen habe im neuen Post, du alle 3 :)
    Eine vegane Haarbürste habe ich gerade heute hier gefunden:
    http://www.waschbaer.de/Haarbuerste-vegan-5-reihig--610d1a472053.html?query=haarb%FCrste&material=&farbe=&marke=&preis=&groesse=&sort=&pageSize=12
    Mal sehen.... ich glaube, es ist nur eine Frage der Zeit, bis ich das auch mache!
    Danke, bin gespannt, wie es weitergeht! Liebe Grüße, Silvi

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    Antworten
    1. Liebe Silvi :)
      vielen Dank für den Link! Ich bin mir zwar nicht sicher, ob Sisalborsten den selben Effekt haben wie Schweinsborsten, aber ich hoffe es doch!!
      Ok, bei einem Pony kann man einen Bad Hair Day tatsächlich weniger gut überbrücken, doch milde Naturshampoos sind auf jeden Fall eine gute Basis für den eventuell bevorstehenden Umstieg. Solltest du dich tatsächlich eines Tages wagen kannst du mir ja gerne davon berichten :) ich würde mich freuen!
      Alles Liebe, Vera

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  2. Danke für diesen Artikel. Sehr interessant. Leider gibt es immer nur wenige oder meistens keine Empfehlungen für Shampoos gegen Haarausfall.

    Woran liegt es?

    Ich werde demnächst mal welche testen die ich hier gefunden habe: http://www.shampoo-gegen-haarausfall.com/

    Hat denn schon jmd. mit diesen Shampoos Erfahrung gemacht?

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  3. Haarausfall kann Ausdruck von Mangel im Körper sein. Da würde ich zuerst nach schauen in Form von einem Bluttest.
    Sonst haben viele uele berichtet über weniger Haarausfall nach ein paar Wochen no poo (Roggenmehl, Haarseife, Natron, Lavaerde) und stärkeren Neuwuchs.
    Es kann gerne wegen dem Thema in den 4 FacebookGruppen nachgefragt werden

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