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Sonntag, 16. November 2014

"Water Only" Haare ohne Shampoo waschen - das Experiment Tag 19 - 27

Neu hier? Seit knapp 3 Wochen läuft mein Selbstversuch mit "Water Only", wo man seine Haare nur mit Wasser wäscht und etwa 2x täglich mit einer Naturborstenbürste bürstet

Der Start in die vierte Woche. Bin ich bald am Ziel?

Tag 19  sahen meine Haare relativ ok aus, jedoch beschloss ich sie
Tag 20  noch einmal mit Natron und Apfelessig zu waschen, so wie ich es Tag 18 getan hatte. Nun waren sie eigentlich ganz ok. Ich habe sie problemlos offen getragen, "fettig" konnte man das nicht mehr nennen. Angenehm, aber eben doch nicht das Gefühl, dass man nach einer Haarwäsche mit Shampoo hat.

Tag 21  Normal. Habe sie am Abend wieder mit Wasser gewaschen, da ich vom Sport verschwitzt war.

Tag 22 - 26  Die kommenden Tage waren im Grunde genommen nicht viel anders als die Tage der ersten, der zweiten und der dritten Woche, in denen ich meine Haare nur mit Wasser gewaschen und sie 2x täglich mit einer Borstenbürste gebürstet hatte. Sie fühlten sich fettig an, sahen aber nicht so aus. Die Spritzen fühlten sich optimal versorgt an und zum hochbinden (Dutt, Pferdeschwanz usw.) war die Haarbeschaffenheit - wenn ich das mal so nennen darf - ein Traum! Klar, denn frisch gewaschene Haare rutschen in jede Richtung davon.
Mit Wasser gewaschen habe ich sie nun jeden zweiten Tag, um ein extremes nachfetten zu verhindern. Denn je mehr Fett in den Haaren verteilt ist, desto schwieriger bekommt man es nur mit Wasser alleine heraus.
Das komische Gefühl jedoch, von dem ich in meinem letzten Post berichtet habe, blieb. Langsam fing dieses Experiment an mich zu nerven. Aber wer bricht schon in der vierten Woche ab, wo die Umstellung doch etwa 4 - 6 Wochen dauert?

Tag 27  DER Tag. Warum? Nun ich stand in der Früh auf, bürstete meine Haare, stellte fest, dass mit ihnen heute überhaupt nichts anzufangen war… Und dann habe ich sie gewaschen. Richtig gewaschen. Mit einer Shampooseife. Badum tz.
Es hat mich einfach überkommen, ich hatte keine Lust mehr. Und so eine Entscheidung kann ganz schnell gehen, ist keine komplizierte Sache.

Nun zum Resumé 

Wie fühle ich mich jetzt?
Hm ja, gut. Vor 1 1/2 Tagen habe ich meine Haare das erste Mal nach 4 Wochen wieder mit Shampoo gewaschen, genauer gesagt mit der "Jumping Juniper" Haarseife von Lush, und sie fühlen sich noch immer an wie frisch gewaschen. Nicht ein tröpfchen Fett. Staubtrocken. Ich musste sogar etwas Kokosöl in die Spitzen einmassieren, weil mir meine Haare so dermaßen unfettig vorkamen, haha.

Ist "Water Only" umweltfreundlicher?
Auf den ersten Blick, ja. Man wäscht seine Haare doch nur mit Wasser. Was ich aber bei mir so in den letzten vier Wochen beobachtet habe, ließ mich sehr schnell daran zweifeln:

  1. Da ich meine Haare nun anstatt jeden dritten- jeden zweiten Tag gewaschen habe, habe ich in Summe mehr Wasser verbraucht. Auch weil ich sie länger durchschrubben und spülen musste, damit wenigstens ein bisschen Fett rausgeht.
  2. Ich habe meine Haare immer separat gewaschen, um nicht das ganze Zeugs über meinen Körper rinnen lassen zu müssen. Das heißt, ich habe insgesamt viel öfter als sonst größere Mengen warmen Wassers verbraucht.
  3. Und weil meine Haare durch das übrige Fett so überhaupt nicht trocknen wollten, musste ich sie jedes Mal föhnen, was ich sonst nie mache.
  4. 2x täglich wurde mit einer Borstenbürste gebürstet. Diese half einerseits enorm dabei, einen Großteil des Fetts und Staub zu entfernen und versorgte die Spitzen gut. Andererseits musste sie regelmäßig gereinigt werden, was bei mir 1 - 2x täglich der Fall war. Da habe ich sie mit Seife oder Shampoo gewaschen. Ja so ist das, meine Haare wurden nur mit Wasser gewaschen, dafür hat meine Bürste das Shampoo abbekommen. Irgendwie absurd!
Ihr seht, ich bin nicht wirklich von der Umweltfreundlichkeit von "Water Only" überzeugt. Es verbrauchte in meinem Fall mehr Wasser als sonst, dann muss das Wasser auch irgendwie erhitzt werden, sprich mehr Strom, den ein Föhn übrigens auch verbraucht. Und die Shampooflasche wurde trotzdem geleert. 

Gibt es auch gute Nachrichten?
Ja! :D Ich freue mich euch mitteilen zu können, dass meine Haare nun, wie es scheint, viel langsamer nachfetten. Erstens. Und zweitens wirken sie, als hätten sie eine super Kur gemacht. Die Spitzen sind nicht trocken, das gesamte Haar wirkt viel voller als vorhin, kräftiger, dicker, mehr. Auch eine höhere Sprungkraft macht sich bemerkbar, also eigentlich toll! 

Und wie geht es weiter?
Das weiß ich noch nicht genau. Ich habe vor, erst einmal zu beobachten, wie lange meine Haare jetzt brauchen, bis sie wieder fettig sind. Ich fände es gut, wenn ich sie vielleicht nur 1x pro Woche mit einem Shampoo (oder einer natürlichen Alternative dazu, ein Post folgt!) und sonst mit Wasser waschen könnte. Die Natron-Apfelessig, oder "No Poo"-Methode, werde ich allerdings nicht mehr anwenden, da ich von vielen Seiten davor gewarnt wurde. Eine Freundin sagte mir z.B., dass sie ihre Haare so auf das Verfilzen bei Dreads vorbereitet hatte, da Natron sie wahnsinnig austrocknet und die Oberfläche aufraut. Buiaaaa, das will ich natürlich nicht!

Also, ein Post über natürliche Shampoo-Alternativen folgt.

Adieu meine Lieben :)

Kommentare:

  1. Bitte gib doch mal Bescheid wie du nach so langer Zeit damit klar kommst? Wäscht du sie jetzt seltener?

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  2. Ich wasche meine Haare nur noch mit Wasser und bin total begeistert. Da ich meine Haare wirklich nur 1-mal wöchentlich waschen muss, finde ich diese Methode sehr umweltfreundlich. Ich denke man muss einfach die schlimmen Wochen der Umstellung überwinden und dann klappt das (zumindest bei manchen) wunderbar. Die Umstellung war nicht gerade toll, aber es hat sich gelohnt. Meine Haare trocknen nun viel schneller an der Luft und sie nehmen bei mir absolut keine Gerüche mehr auf, dass war zu Shampoozeiten ganz anders. Meine Haare riechen trotz braten und kochen nicht danach (ganz anders als die Klamotten) und mein Mann steht absolut auf meine "neuen" Haare. Sie riechen bei mir wirklich nach nix bis ganz leicht nach mir eben... ;-) Ganz klar, man muss extrem konsequent sein. Wirklich nix anderes als Wasser ans Haar lassen (kein Essig, Zitrone, Natron, Lavaerde und Co.) + viel bürsten und massieren (nicht nur beim waschen), gesunde Ernährung spielt auch eine große Rolle... und ich wurde echt mit traumhaften Haaren belohnt :-D

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  3. Liebe Vera, es ist sehr interessant von deinen Erfahrungen mit No Poo zu lesen. Ich habe mittlerweile die kritische Zeit überstanden und bin trotz eines Shampoo-Rückfalls sehr stolz. Ich finde meine Haare sehr schön, sie glänzen, haben kaum noch Spliss und lassen sich gut frisieren. Die Anfangszeit war natürlich echt frustrierend aber ich wollte es unbedingt schaffen und es funktioniert so gut. Im Gegensatz zu dir finde ich dir Methode sehr umweltfreundlich, weil ich kein Shampoo mehr brauche, ich muss meine Haare weniger waschen und auch unter der Dusche brauche ich nicht länger. Meistens verwende ich einen Waschlappen und gehe damit auch durchs Haar und damit geht ein Teil des Talgs weg. Es fühlt sich halt nicht mehr wie frisch gewaschen an aber wenn man weiß welche Aufgabe der Talg in Haaren übernimmt, dann finde ich das Empfinden gar nicht mehr schlimm. Ich habe auch eine eigene Seite zu dem Thema auf www.haare-nur-mit-wasser-waschen.de und schreibe dort über meine Erfahrungen.
    Viele liebe Grüße Sina

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  4. Liebe Vera,
    vielen Dank für Deine offenen Worte und Dein ausführliches und sehr persönliches Tagebuch zum Experiment "Water Only"!! Ich verstehe Deine Zweifel und Deine "krisige" Zeit!! Ich bin grad bei Tag 10 (nur Wasser). Die Haare fühlen sich nach den ersten "mhm, eigentlich eh gar nicht so schlimm" Tagen nun wirklich schrecklich an. Genau wie Du beschreibst, eigentlich sehen sie zusammengebunden noch ganz okay aus, aber sie fühlen sich total fettig an. Gestern Abend wollte ich nur noch gaaaaanz viel Shampoo verwenden, mit gaaaanz viel Schaum und gaaaanz viel Duft und überhaupt :-) hab's dann doch bei Wasser belassen und wollte mir heute "Mut anlesen"!! Und gerade Dein ehrlicher Erfahrungsbericht hilft mir, noch ein bissl durchzuhalten!! Zweifel ist okay und es bleibt immernoch die Option: "Abbruch, Abbruch, her mit dem Shampoo" :-) vielen Dank und liebe Grüße, Andrea

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