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Freitag, 7. November 2014

"Water Only" Haare ohne Shampoo waschen - das Experiment Tag 16 - 18

Tag 16  Da ich zur Zeit krank zuhause bleibe kümmere ich mich auch dementsprechend wenig um meine Frisur. Wie sahen die Haare aus? Nun, nicht besonders toll aber ok.

Tag 17  bildlich festgehalten:
So sahen meine Haare nach dem waschen mit Wasser, föhnen und bürsten aus. Eigentlich sehr schön. Aber fettig anfühlen tun sie sich. Das ist eigentlich wirklich komisch und etwas gewöhnungsbedürftig, dass die Haare zwar (nach dem bürsten) gut aussehen, sich aber trotzdem fettig anfühlen o.O

Es kriselt…
Ich komme nicht umhin über meine Gefühlslage dem ganzen gegenüber zu reden. Rein faktisch gesehen läuft dieses Experiment sehr gut und ich bin auch, wie in den letzten Posts bereits erwähnt, ziemlich begeistert von den bisherigen Ergebnissen. Mit sich teils fettig anfühlenden Haaren kann man leben, es ist, objektiv gesehen, keine große Sache.
Andererseits befinde ich mich immer an der Kippe zwischen diesen optischen Tatsachen, die doch eher für die "Water Only"-Methode sprechen, und dem emotionalen Aspekt, dem menschlichen Bedürfnis, sich die Haare richtig zu waschen. Haare waschen hat nämlich nicht nur etwas damit zu tun, die Haare sauber zu bekommen. 

Es geht um viel mehr als Wasser oder Shampoo 
Haare waschen ist eigentlich schon eine psychische Angelegenheit. Man fühlt sich einfach besser (Beispiel Waschzwang, als Folgeerscheinung sexuellen Missbrauchs). Wie oft kommen wir nach einem harten Tag nachhause und stellen uns erst einmal unter die Dusche um "das alles abzuwaschen". Man mag daran glauben oder nicht, aber wenn man sich die Haare wäscht, dann wäscht man nicht nur das x Tage alte Fett* raus , sondern auch alles was einen belastet, sich dreckig fühlen lässt, Erschöpfung usw. 
Nach einer ausgiebigen Dusche mit allem drum und dran fühlt man sich doch meistens so richtig sauber, rein, wieder gut, etwas erholter.

Und das ist mein Problem. Ich dachte zuerst nicht, dass es damit zusammenhängen könnte, aber seit etwa 2 1/2 Wochen fühle ich mich psychisch nicht besonders gut. Es geht immer wieder aber allgemein bin ich aggressiver als sonst, launischer, bekomme plötzliche Wut- und Verzweiflungsanfälle, mich plagt ein gewisser Stress. Und wie ihr bereits wisst bin ich auch noch krank geworden, was sich ebenfalls seit 1 1/2 Wochen angebahnt hat. Alles in diesem Zeitrahmen. Natürlich kann das auch nur ein Zufall sein, aber der Verdacht ist da…

Hilfe, ich will mich wieder wohlfühlen!
Ich kann das alles selbstverständlich ignorieren und so weiter machen wie bisher. Aber ich will mich nicht quälen, wenn es mir nicht gut geht, dann geht es mir nicht gut. In den Berichten, die ich gelesen habe, wo die Probanden das Experiment abbrachen, war der Grund ganz simpel: 
"ich habe diese fettigen Haare einfach nicht mehr ausgehalten, ich musste sie mir unbedingt waschen!"
Warum?
Fettige Haare sind doch auszuhalten. Ich glaube aber, dass die fettigen Haare nur einen kleinen Teil zum allgemeinen Unwohbefinden beitragen.

So schnell gebe ich mich jedoch nicht geschlagen. 
Tag 18 beschloss ich also kurz die Spur zu wechseln und auf der "No Poo" strecke zu fahren. Natron und Apfelessig warten ja bereits in der Küche auf mich.
Ashleys Green Life macht es auf Youtube vor und ich halte mich exakt an ihre Angaben, damit ich nichts kaputt mache.


Natron-Shampoo: 
1 TL Natron verrührt mit 250ml kaltem, gefilterten Wasser 

Essigspülung: 
125ml Apfelessig mit 250ml kaltem, gefilterten Wasser

Haare wie gewohnt nass machen, die Natronlösung einmassieren und ausspülen. Diesen Vorgang habe ich 3x wiederholt, aber sie fühlen sich dennoch etwas fettig an.
Die Essigspülung anschließend einmassieren, einwirken lassen und ebenfalls gut ausspülen. Fertig. Der Essig gleicht mit seiner Säure die starken Basen vom Natron aus.

Gedanken zum Thema, Krisenmanagement
4-6 Wochen sollte die Umstellungsphase dauern, bis die Kopfhaut ihre Talgproduktion normalisiert hat und nicht mehr übermäßig Fett produziert. Dann kann man angeblich die Haare bloß noch mit Wasser waschen und sie sind schön sauber, fühlen sich nicht fettig an. So beschreiben es jedenfalls die "Überlebenden" ;). 
Aber was tun bis dahin? Schön und gut, wenn sich die Talgproduktion meiner Kopfhaut normalisiert hat, jedoch was machen mit dem hartnäckigen Fett, dass bereits bis in die Spitzen gebürstet wurde und partout nicht rauszubekommen ist? 
Möglicherweise ist es gar nicht so klug, vom einen Tag auf den anderen Shampoo gegen Wasser zu tauschen, weil das übermäßige Fett ja doch irgendwie raus muss.
Folgende Möglichkeiten halte ich für sinnvoll:
  • Wenn man aus einer normalen Shampoo-Beziehung kommt, nicht sofort auf "Water Only" umsteigen, sondern den Weg über "No Poo" mit Natron und Apfelessig gehen. Dann jede zweite Haarwäsche nur mit Wasser und weiter steigern. Das mit dem bürsten bleibt gleich, unbedingt!
  • Man könnte auch nur die Längen mit einem milden Shampoo, einer Haarseife oder sonstigen alternativen Pflegeprodukten waschen, nicht aber die Kopfhaut! Sie darf auf keinen Fall wieder ausgetrocknet werden, denn das regt wieder zu übermäßiger Talgproduktion an. So unterbricht man den Lernprozess der Kopfhaut nicht und hat trotzdem die Haare selbst einigermaßen fettfrei. Ob das allerdings auch auf psychischer Ebene hilft weiß ich nicht.
  • In diesem Video berichtet die Youtuberin Maxine Mckay, dass ihre Haare sich nach 6 Monaten "No Poo" stark vermehrt haben. Nun verwendet sie eine Haarseife aus verseiftem Olivenöl, reibt sich davor aber die Kopfhaut (nur die KopfHAUT!) mit Kokosöl ein, damit diese nicht austrocknet. Gut überlegt :)!


Ich sitze gerade hier mit meinen, noch etwas feuchten, Natron-Apfelessig Haaren und bin nicht ganz zufrieden. Sie sind eindeutig nicht frisch gewaschen, fühlen sich etwas fettig an. Zum wieder wohlfühlen reicht es eigentlich nicht, ich werde wahrscheinlich noch einen kleinen Umweg ausprobieren müssen… Hach ja :)

Vielen Dank fürs zuhören,
bis zum nächsten Haar-Update
:-*

*was mir übrigens dazu einfällt, in Fett wird ja tatsächlich total viel gespeichert. Lässt man Butter offen im Kühlschrank stehen, so nimmt sie dessen Geruch und Geschmack an. Menschen lagern Schadstoffe im Fettgewebe ein, und übrigens ist das Plastik im Meer ausschließlich im Fettgewebe der Fische nachweisbar. Weit ausgeholt, aber worauf ich hinaus will ist, dass Fett eine Art Speicher ist - für alles in seiner unmittelbaren Umgebung. Ob sich das nur auf physische Dinge beschränkt?

Kommentare:

  1. Hallo an alle die er probieren wollen, es ist einen Versuch wert. Ich wasche meine Haare seit fast einem 3/4 Jahr alle 4-5 Tage mit nur Wasser und ab und zu mit etwas Heilerde oder Lavaerde. Die ersten 2-3 Monate sind die Haare sehr fett. Am Hinterkopf habe ich immer noch Stellen die fett werden, aber es fühlt sich nicht mehr so schwer an wie früher und wird ganz langsam immer weniger. Seit 2 Monaten wasche meine Haare alle 2-3 Wochen die Haare mit einem tensidarme Shampoo (6% Zuckertenside). Die Haare sehen dichter aus wenn ich sie nur mit Wasser wasche. Ob die Haare mehr geworden sind kann ich aber nicht sagen....Aufjeden Fall bleibe ich dabei, weil ich so feines Haar habe und das sieht so eigentlich nach mehr aus jetzt und ist aufeinmal ein bisserl wellig obwohl vorher schnurgerade.

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  2. Hallo:)
    ich habe jetzt seit vier Monaten meine Haare nur noch mit Wasser gewaschen und ich kann sagen, dass ich mittlerweile wirklich sehr zufrieden bin. Die Anfangszeit war sehr schwer und ich habe auch einen Shampoo-Rückfall gehabt aber wenn man über einen gewissen Punkt gekommen ist, dann merkt man, wie die Haare wieder schön werden. Das wichtigste ist wirklich das Haarebürsten :) Und weil ich so begeistert bin habe ich eine eigene Seite zum Thema www.haare-nur-mit-wasser-waschen.de geschrieben.
    Alles Liebe
    Sina

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