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Sonntag, 5. Mai 2013

GRÜNE LABELS am Wiener Modepalast

Liebe Leute, ich hoffe es geht euch gut, denn mir nicht sooo besonders. Mein Magen spielt in letzter Zeit irgendwie verrückt und macht komische Sachen :O

Naja, wie auch immer.
Ich habe ja versprochen, euch so ausführlich wie möglich zu berichten, was ich tolles entdeckt habe. Auf der Suche nach coolen grünen (=ökologischen, Faire Trade) Modelabels, nachdem ich in diesem Post hier behauptete, dass es sowas eigentlich kaum gibt. Leider.

soooo viele Flyer, soooo viel recherchearbeit! Sieht man da gar nicht

Ääähm ja, und auch wenn diese mehr oder weniger große Ausstellung ganze 24 Designer als "GREEN" bezeichnet und ich viele interessante Gespräche führen konnte war ich beim Verlassen des Gebäudes eigentlich noch frustrierter als beim Hineingehen. Warum, das erfahrt ihr jetzt:

Grüne "Mode" = eher grüne Kleidung

Ich wollte es zuerst nicht richtig wahrhaben aber unter den ganzen 24 Labels fanden sich letztendlich nur 3 - 4, die mir gut gefallen haben. Der Rest fiel unter das 100%Bio-Baumwolle-einfärbiges-schlichtes-"zeitloses"-Jersey-Irgendwas-das-ich-im-Weltladen-bekomme-Schema. Also grundsätzlich schon ein netter Anfang. Aber halt eher für solche Menschen die sagen: "ich brauche ein neues T-Shirt, eine neue Hose, warum kaufe ich mir nicht gleich eines aus Bio-Baumwolle im Faire Trade Shop?". Natürlich. Kann man machen. Ich bin aber ein Mensch der sagt: "ich brauche ein Shirt in dieser und jener Farbe, mit diesem und jenem Muster drauf und in diesem und Jenem schnitt." Zirp zirp. Versteht ihr, was ich meine?

Also Fazit: Mode würde ich das definitiv nicht nennen. Wenn ich in meiner Schule einem Entwurfslehrer so ein Jersey-Irgendwas hinlegen würde bekäme ich dafür ein "ist das Ihr Ernst?"
Deshalb passt für mich der Begriff Kleidung. Ich habe nichts gegen die typischen klischeehaften Öko-Labels, aber die stellen eben Kleidung her.

Auf der Suche nach grünen Materialien: "welche Stoffe verwendet ihr und woher bekommt ihr die?"

Für mich das Allerwichtigste überhaupt. Als grüner Designer braucht man natürlich eine verlässliche Quelle für seine Materialien. Das heißt: biologischer Anbau, faire Behandlung der Arbeitskräfte und wenns nach mir geht auch kurze Transportwege und nicht 3x um die Welt, bis aus einer Pflanze ein Shirt geworden ist.
Wer sich schon länger mit diesem Thema beschäftigt weiß, dass es sogenannte Öko-Zertifizierungen gibt, wie z.B. OEKO-TEX oder Gots die einem garantieren, dass die Textilien einem bestimmten Standard entsprechen.
Die Lieblingsfaser der Öko-Designer ist Baumwolle, das Lieblingsmaterial: Jersey (Leinen gabs nur wenig, Jute gar nicht. Immerhin).
Einige Designer mit denen ich gesprochen habe bekommen ihre Baumwolle aus Indien, manche lassen sogar dort nähen. Ein anderes Label bezieht seine Baumwolle aus Peru und lässt auch dort nähen. Dann gibt es welche die Baumwolle aus Indien haben und in Deutschland nähen usw. Ehrlich gesagt hat mich dieser kontinentübergreifende Weg ja nicht besonders begeistert. Dass es anders geht zeigte mir ein Label mit noch günstigeren Preisen, die ihre Baumwolle aus der Türkei bekommen und in Deutschland nähen lassen.
Einige junge Designer verwenden Bio-Seide, welche im eigenen Land gezüchtet und verarbeitet wurde. Für Veganer und Vegetarier vielleicht nicht die beste Lösung, aber vom ökologischen Standpunkt ein Sternchen wert. Die Farben waren auch alles andere als langweilig.
Empfohlen wurden mir diverse Stoffmessen, die auch schon speziell ökologische Materialien anbieten. Da bin ich mal gespannt :).
Aber meiner Meinung nach am fairsten machen es die Recycle-Labels. Dazu später mehr.

"100% Bio-Baumwolle" - Ich kanns nicht mehr hören!

Wie ich bereits erwähnt habe besteht der Großteil des grünen Angebots aus Baumwolle. Ich finde ja, dass es zwar schön und gut ist, wenn die Baumwolle nicht mit chemischen Substanzen behandelt wird und somit den Plantagearbeitern viel körperliches Leid erspart, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Baumwolle dem Boden alle Mineralstoffe entzieht (Stichwort Monokultur) und zudem extrem viel Wasser verbraucht. Bio hin oder her. Wasser!
Ich meine, H&M hatte auch "Bio-Baumwolle". Und C&A hat jetzt auch "Bio-Baumwolle". Ist das jetzt sowas wie Bio-Schokolade mit weißem Zucker? Bio halt, versteht sich. Da kommt sich einer doch komplett verarscht vor..
Nach meiner persönlichen Ansicht sind Zellulosefasern ja am umweltfreundlichsten. Man kann sie in vielen Bereichen einsetzen, sie sind gut anfärbbar - super. Aber leider konnte mir keines der grünen Labels sagen, wo man ökologisch hergestellte Viskose bekommt. Bzw. sind sie selbst noch auf der Suche.
Vielleicht muss das perfekte ökologische Material ja erst erfunden werden?


Nach so viel Nörglerei möchte ich euch aber meine 4 Favoriten unter den Ausstellern vorstellen:

*) Am allerbesten hat mir das Label Birthday Suits gefallen (http://birthdaysuits.de/):

Ich habe leider viel zu wenig fotografiert. Einerseits weil ich darauf vergessen habe, und zweitens weil ich einfach eine schlechte Fotografin mit einem schlechten Fotoapparat bin. Und das ist mir in dieser ganzen Bloggerszene irgendwie peinlich..

Birthday Suits gehört eindeutig nicht zu den Labels, die bloß Kleidung herstellen, sondern achtet mehr auf den künstlerischen Aspekt. gefällt mir :D! Neben diesen Jacken und Kleidern gab es noch komplexe bodenlange Kreationen, Overalls usw.
Die junge Designerin ist gerade dabei ihr Label von konventionellen Stoffen auf Öko und Faire Trade umzustellen. Sehr nachahmenswert! Die bunten Kleider rechts sind übrigens aus Bremischer Seide ;).

*) Steinwidder (http://www.steinwidder.com):

Ist ca. aus derselben Richtung wie Birthday Suits, unterscheidet sich aber im Wesentlichen durch die eingesetzten Materielien, nämlich 100% Recycling. Steinwidder bezieht seine "Stoffe" von Altkleidersammlungen und kreiert daraus neue Teile. So findet man z.B. Shirts aus weißen Socken, nude-farbene Leggins aus denen plötzlich ein Haftelverschluss rausschaut, ein Pullover, gehäkelt aus einem Faden, der sich aus in Streifen geschnittenen Shirts zusammensetzt. Also wirklich unglaublich kreativ, auch das Farbkonzept ist sehr schön (Weiß, Grautöne, Schwarz, Nude). Leider nach meinem anregenden Gespräch vollkommen auf die Fotos vergessen :(. Aber schaut auf die Homepage!

*) Zwei wahnsinnig sympathische junge Frauen, eine Serbin und eine Brasilianerin, empfingen mich am Stand von Printa (http://www.facebook.com/printawien). Den Sitz mit der eigenen Werkstatt haben sie allerdings in Budapest.



Auch dieses Label folgt dem Recycling-Trend und stellt seine Kleidung ausschließlich aus bereits getragenem Gewand her. Taschen aus Lederjacken, eine Hose aus 4 alten Hosen, ein neuer Pullover aus 3 alten zusammengesetzt und schließlich bedruckt.
Interessant fand ich eine Anmerkung der Designerin auf die ich so nicht gekommen wäre, da ich dachte, Recycling-Mode wäre so überhaupt das Fairste überhaupt: für sie sei das nicht die Ideallösung, weil man mit dem Recycling Ding von der Fast Fashion abhängig ist. Sprich davon, dass Leute sich ständig neue Kleidung kaufen und alte weggeben, bevor diese noch kaputt ist (sodass man sie eben wiederverwerten kann). Interessant.

*) Und jetzt fällt es mir erst auf: fast alle von mir ausgewählten Labels arbeiten nach dieser Recycling-Methode. Klar, ich flüchte vor der Weltladen-Baumwolle, hihi.
Darf ich vorstellen: Milch (http://milch.mur.at/)





Auch hier fand ich genialste Ideen (die ich euch aber vorenthalten werde, auf Wunsch der Standbetreuung), aber die könnt ihr euch gerne auf der oben angegebenen Homepage anschauen. Da sieht man auch bessere Fotos :P


Fazit

Allgemein lassen sich zwei Strömungen feststellen:

a) Bio-Baumwolle, Ökomode usw.     b) Recyclingmode
Ich hoffe weiterhin auf eine Vatiante c), da ich mich momentan zu keiner der beiden Bewegungen hingezogen fühle... :/

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