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Sonntag, 26. Mai 2013

Gesunde Süßigkeiten ohne Zucker, Mehl und Transfettsäuren. Diesmal: Carob-Pralinen


In den letzten Tagen habe ich mich wieder einmal in die Küche begeben und mir neue Leckereien überlegt, die man ohne schlechtem Gewissen in Maßen genießen kann :). Genau das Richtige für eine stressige Vorbereitungszeit zur mündlichen Matura (dt.: mündliches Abitur..?). 



Carob-Pralinen

Meine kleinen Pralinchen lassen sich nach Belieben formen, Kugeln sind am einfachsten. Statt dem Carob (= ein Kakao-ähnliches Pulver, erhältlich im Bioladen) kann man natürlich auch Kakao nehmen, dann wären es sozusagen Nougat-Pralinen. Diese Version wird aber ein wenig herber schmecken, da Carobpulver eine natürliche Süße besitzt.

Zutaten für 10 Stück:

- 4 El geriebene Haselnüsse
- 3 Tl Carobpulver (Alternative: Kakaopulver)
- 3 große Tl Honig (Alternative: 2 1/2 El Agavendicksaft)
- Kokosstreusel

Alle Zutaten bis auf Letztere in einer kleinen Schüssel miteinander vermengen und Kügelchen formen. Diese dann großzügig in Kokosstreuseln wälzen - FERTIG :P


Aufbewahrung am besten in einem Gläschen im Kühlschrank, sonst zerrinnen die Pralinen möglicherweise.
Was ich an diesem Rezept besonders mag: es ist überhaupt nicht kompliziert und extrem leicht aus Zutaten zuzubereiten, die man sowieso schon zuhause hat :). Man braucht nicht einmal spezielle Küchengeräte ;)

Freitag, 17. Mai 2013

Tipps zum Stromsparen

Hallo liebe Leute!

Da wir gerade sowieso auf der grünen-Blog-Welle unterwegs sind (mein letzter Post zum Thema faire Kleidung usw.) geht es heute um die unnötige Verschwendung wertvoller Ressourcen und gleichzeitig auch um ganz einfache Maßnahmen, wie wir sparsamer damit umgehen können :). Juhu, los gehts!


  •  "Licht brennt nur in den Räumen, in denen du dich befindest" Ja, ich weiß, dieser Satz hängt uns allen wahrscheinlich schon soooowas von zum Hals hinaus! Aber trotzdem. Ne echt jetzt, warum am Gang, in der Küche und im eigenen Zimmer Licht brennen lassen, wenn man gerade kocht? Das ist einfach nur unnötig. Und wer sonst Angst hat vor der Dunkelheit, der sollte lieber daran arbeiten ;P.

  • Kürzer duschen Und schon wieder so einer. Ich kenne ja Menschen, die können echt eine halbe Stunde unter der Dusche stehen. Ohne das Wasser dazwischen abzudrehen. Wer weiß, vielleicht ist es ja voll super so lange zu duschen - aber schon mal überlegt, wieviel Wasser da wegkommt? Unvorstellbar! Ich kann das jedenfalls nicht wirklich verstehen, weil ich zu der Sorte Mensch gehöre, die ohne zu trödeln ruck zuck unter der Dusche sind. Im Durchschnitt so 5 Minuten..? Und ja, das geht sich aus. 1) kurz nass machen 2) gründlich einshampoonieren 3) während man das Shampoo einwirken lässt (um Stylingrückstände besser zu beseitigen) Duschgel oder sonstiges benutzen und 4) alles wieder abspülen. Das muss keine 20 Minuten brauchen, nenene.

  • Wasserkocher benutzen Egal, ob für eine Wärmeflasche, für eine Tasse/Kanne Tee, oder zum Kochen. Anstatt ewig die Herdplatte rennen zu haben und zu warten, bis das verdammte Wasser endlich kocht, kann man auch einfach den kürzeren Ziehen und den Wasserkocher verwenden. Beim Nudel kochen z.B.: Topfboden mit ein wenig Wasser bedecken, auf die brennende Herdplatte stellen. Währenddessen kocht der Wasserkocher schon das Nudelwasser und ist in höchstens 1 Minute fertig. Wasser in den Topf, Nudeln rein. Und schon hat man ein paar Minuten Herd gespart. Da kommt was zusammen mit der Zeit.

  • Wie wärs mit Kerzen? Bringen abends neben ein wenig Licht auch noch eine gemütliche, ruhige Stimmung. Und um auf den ersten Tipp zurückzukommen: man kann sie in mehreren Räumen stehen haben. Verbraucht null Strom :).

  • Wasserhahn ab beim Zähneputzen Kennen wir eigentlich auch schon. Und diese einfache Maßnahme dringt auch nicht in den persönlichen Bequemlichkeitsbereich ein. Einfach kein Wasser laufen lassen, wenn man es nicht gerade braucht.

  • Die Standby-Stromfresser Klar ist es gemütlich, den Computer den ganzen Tag laufen zu lassen. Oder nebenbei noch fernzusehen. Oder sonst etwas zu zocken. Aber der Umwelt zuliebe kann man die technischen Geräte doch einfach abdrehen, wenn man sie nicht mehr braucht. Die paar Minuten ist uns die Umwelt wert. Oder?

  • Kabel raus aus der Steckdose Gleich nach den Standbygeräten komme ich darauf. Wenn ihr euer Handy fertig aufgeladen habt, nehmt den Stecker aus der Dose. Denn so lange der Stecker in der Dose ist frisst er Strom! Ich mache das auch mit meinen Tischlampen, mit dem Toaster, dem Föhn (bzw. lasse ich meine Haare immer lufttrocknen, aber das ist ein anderes Thema ;)). Es gibt so spezielle Verteiler an denen sich ein roter Schalter befindet. Wenn man den Strom nicht mehr benötigt kann man den Verteiler einfach abdrehen und kein Strom fließt mehr in die Steckdosen :). Alles easy cheesy.

  • Mit dem Fahrrad durch die Stadt düsen Ok, wenn es das Wetter zulässt zumindest ;). Aber das ist gut für die Muckis, und spart die Abgase eines Autos, mit dem man vermutlich sonst unterwegs wäre.



Jetzt zum Schluss fällt mir auf, dass wir die meisten dieser Tipps eh schon seit unserer frühen Kindheit eingeredet bekommen haben. Also setzen wir sie einfach alle um :)!


Was sind eure persönlichen Stromspar-Strategien?
Habt ihr auch noch ein paar Tipps? Einfach ein Kommentar hinterlassen, ich freu mich :)

Samstag, 11. Mai 2013

Rohköstliches Törtchen im Miniformat

... und ohne Zucker, Gluten, Transfettsäuren - versteht sich ;).

Hallo alle zusammen!

Dieses Mal zeige ich euch ein gaaanz einfaches Rezept für eine herrlich sommerliche Rohkosttorte.


Zutaten für den Boden:

- 1 kleine Tasse voll geriebener Haselnüsse
- 2 große Tl Honig, bzw. 2 Tl Agavendicksaft (Mengenmäßig etwas weniger, weil flüssiger)

Beide Zutaten in einer Schüssel miteinander vermengen. Eine kleine Obstkuchenform (ca. 7 - 10 cm Durchmesser) mit geriebenen Haselnüssen einstreuen und danach den "Teig" darin auslegen, den Rand aufstellen.

Zutaten für die Füllung:

- 2 El (TK) Himbeeren, zerstoßen
- 3 Tl Mandelmuß

Die Himbeeren gleichmäßig auf de Haselnuss-Boden legen und anschließend das Mandelmuß drüberrinnen lassen.

FERTIG :P Hmmmmhm lecker lecker! Ran an die Löffel!

Mittwoch, 8. Mai 2013

Feed Me Essential Mix + Interview

Meine Lieben!

Leider schon etwas her aber trotzdem noch hörbar ;P.. Also ein halbes Jahr.. Aber FEED ME ist einfach genial! Einer meiner Lieblingsproducer und diesen Sommer am Urban Artforms Ferstival in Graz zu bewundern, zu betanzen und einfach zu feiern.


Dieser Essential Mix von BBC Radio 1 beinhaltet sogar ein kleines Interview :D. Also zieht euch das rein! Bitte bitte bitte

Sonntag, 5. Mai 2013

GRÜNE LABELS am Wiener Modepalast

Liebe Leute, ich hoffe es geht euch gut, denn mir nicht sooo besonders. Mein Magen spielt in letzter Zeit irgendwie verrückt und macht komische Sachen :O

Naja, wie auch immer.
Ich habe ja versprochen, euch so ausführlich wie möglich zu berichten, was ich tolles entdeckt habe. Auf der Suche nach coolen grünen (=ökologischen, Faire Trade) Modelabels, nachdem ich in diesem Post hier behauptete, dass es sowas eigentlich kaum gibt. Leider.

soooo viele Flyer, soooo viel recherchearbeit! Sieht man da gar nicht

Ääähm ja, und auch wenn diese mehr oder weniger große Ausstellung ganze 24 Designer als "GREEN" bezeichnet und ich viele interessante Gespräche führen konnte war ich beim Verlassen des Gebäudes eigentlich noch frustrierter als beim Hineingehen. Warum, das erfahrt ihr jetzt:

Grüne "Mode" = eher grüne Kleidung

Ich wollte es zuerst nicht richtig wahrhaben aber unter den ganzen 24 Labels fanden sich letztendlich nur 3 - 4, die mir gut gefallen haben. Der Rest fiel unter das 100%Bio-Baumwolle-einfärbiges-schlichtes-"zeitloses"-Jersey-Irgendwas-das-ich-im-Weltladen-bekomme-Schema. Also grundsätzlich schon ein netter Anfang. Aber halt eher für solche Menschen die sagen: "ich brauche ein neues T-Shirt, eine neue Hose, warum kaufe ich mir nicht gleich eines aus Bio-Baumwolle im Faire Trade Shop?". Natürlich. Kann man machen. Ich bin aber ein Mensch der sagt: "ich brauche ein Shirt in dieser und jener Farbe, mit diesem und jenem Muster drauf und in diesem und Jenem schnitt." Zirp zirp. Versteht ihr, was ich meine?

Also Fazit: Mode würde ich das definitiv nicht nennen. Wenn ich in meiner Schule einem Entwurfslehrer so ein Jersey-Irgendwas hinlegen würde bekäme ich dafür ein "ist das Ihr Ernst?"
Deshalb passt für mich der Begriff Kleidung. Ich habe nichts gegen die typischen klischeehaften Öko-Labels, aber die stellen eben Kleidung her.

Auf der Suche nach grünen Materialien: "welche Stoffe verwendet ihr und woher bekommt ihr die?"

Für mich das Allerwichtigste überhaupt. Als grüner Designer braucht man natürlich eine verlässliche Quelle für seine Materialien. Das heißt: biologischer Anbau, faire Behandlung der Arbeitskräfte und wenns nach mir geht auch kurze Transportwege und nicht 3x um die Welt, bis aus einer Pflanze ein Shirt geworden ist.
Wer sich schon länger mit diesem Thema beschäftigt weiß, dass es sogenannte Öko-Zertifizierungen gibt, wie z.B. OEKO-TEX oder Gots die einem garantieren, dass die Textilien einem bestimmten Standard entsprechen.
Die Lieblingsfaser der Öko-Designer ist Baumwolle, das Lieblingsmaterial: Jersey (Leinen gabs nur wenig, Jute gar nicht. Immerhin).
Einige Designer mit denen ich gesprochen habe bekommen ihre Baumwolle aus Indien, manche lassen sogar dort nähen. Ein anderes Label bezieht seine Baumwolle aus Peru und lässt auch dort nähen. Dann gibt es welche die Baumwolle aus Indien haben und in Deutschland nähen usw. Ehrlich gesagt hat mich dieser kontinentübergreifende Weg ja nicht besonders begeistert. Dass es anders geht zeigte mir ein Label mit noch günstigeren Preisen, die ihre Baumwolle aus der Türkei bekommen und in Deutschland nähen lassen.
Einige junge Designer verwenden Bio-Seide, welche im eigenen Land gezüchtet und verarbeitet wurde. Für Veganer und Vegetarier vielleicht nicht die beste Lösung, aber vom ökologischen Standpunkt ein Sternchen wert. Die Farben waren auch alles andere als langweilig.
Empfohlen wurden mir diverse Stoffmessen, die auch schon speziell ökologische Materialien anbieten. Da bin ich mal gespannt :).
Aber meiner Meinung nach am fairsten machen es die Recycle-Labels. Dazu später mehr.

"100% Bio-Baumwolle" - Ich kanns nicht mehr hören!

Wie ich bereits erwähnt habe besteht der Großteil des grünen Angebots aus Baumwolle. Ich finde ja, dass es zwar schön und gut ist, wenn die Baumwolle nicht mit chemischen Substanzen behandelt wird und somit den Plantagearbeitern viel körperliches Leid erspart, das ändert aber nichts an der Tatsache, dass Baumwolle dem Boden alle Mineralstoffe entzieht (Stichwort Monokultur) und zudem extrem viel Wasser verbraucht. Bio hin oder her. Wasser!
Ich meine, H&M hatte auch "Bio-Baumwolle". Und C&A hat jetzt auch "Bio-Baumwolle". Ist das jetzt sowas wie Bio-Schokolade mit weißem Zucker? Bio halt, versteht sich. Da kommt sich einer doch komplett verarscht vor..
Nach meiner persönlichen Ansicht sind Zellulosefasern ja am umweltfreundlichsten. Man kann sie in vielen Bereichen einsetzen, sie sind gut anfärbbar - super. Aber leider konnte mir keines der grünen Labels sagen, wo man ökologisch hergestellte Viskose bekommt. Bzw. sind sie selbst noch auf der Suche.
Vielleicht muss das perfekte ökologische Material ja erst erfunden werden?


Nach so viel Nörglerei möchte ich euch aber meine 4 Favoriten unter den Ausstellern vorstellen:

*) Am allerbesten hat mir das Label Birthday Suits gefallen (http://birthdaysuits.de/):

Ich habe leider viel zu wenig fotografiert. Einerseits weil ich darauf vergessen habe, und zweitens weil ich einfach eine schlechte Fotografin mit einem schlechten Fotoapparat bin. Und das ist mir in dieser ganzen Bloggerszene irgendwie peinlich..

Birthday Suits gehört eindeutig nicht zu den Labels, die bloß Kleidung herstellen, sondern achtet mehr auf den künstlerischen Aspekt. gefällt mir :D! Neben diesen Jacken und Kleidern gab es noch komplexe bodenlange Kreationen, Overalls usw.
Die junge Designerin ist gerade dabei ihr Label von konventionellen Stoffen auf Öko und Faire Trade umzustellen. Sehr nachahmenswert! Die bunten Kleider rechts sind übrigens aus Bremischer Seide ;).

*) Steinwidder (http://www.steinwidder.com):

Ist ca. aus derselben Richtung wie Birthday Suits, unterscheidet sich aber im Wesentlichen durch die eingesetzten Materielien, nämlich 100% Recycling. Steinwidder bezieht seine "Stoffe" von Altkleidersammlungen und kreiert daraus neue Teile. So findet man z.B. Shirts aus weißen Socken, nude-farbene Leggins aus denen plötzlich ein Haftelverschluss rausschaut, ein Pullover, gehäkelt aus einem Faden, der sich aus in Streifen geschnittenen Shirts zusammensetzt. Also wirklich unglaublich kreativ, auch das Farbkonzept ist sehr schön (Weiß, Grautöne, Schwarz, Nude). Leider nach meinem anregenden Gespräch vollkommen auf die Fotos vergessen :(. Aber schaut auf die Homepage!

*) Zwei wahnsinnig sympathische junge Frauen, eine Serbin und eine Brasilianerin, empfingen mich am Stand von Printa (http://www.facebook.com/printawien). Den Sitz mit der eigenen Werkstatt haben sie allerdings in Budapest.



Auch dieses Label folgt dem Recycling-Trend und stellt seine Kleidung ausschließlich aus bereits getragenem Gewand her. Taschen aus Lederjacken, eine Hose aus 4 alten Hosen, ein neuer Pullover aus 3 alten zusammengesetzt und schließlich bedruckt.
Interessant fand ich eine Anmerkung der Designerin auf die ich so nicht gekommen wäre, da ich dachte, Recycling-Mode wäre so überhaupt das Fairste überhaupt: für sie sei das nicht die Ideallösung, weil man mit dem Recycling Ding von der Fast Fashion abhängig ist. Sprich davon, dass Leute sich ständig neue Kleidung kaufen und alte weggeben, bevor diese noch kaputt ist (sodass man sie eben wiederverwerten kann). Interessant.

*) Und jetzt fällt es mir erst auf: fast alle von mir ausgewählten Labels arbeiten nach dieser Recycling-Methode. Klar, ich flüchte vor der Weltladen-Baumwolle, hihi.
Darf ich vorstellen: Milch (http://milch.mur.at/)





Auch hier fand ich genialste Ideen (die ich euch aber vorenthalten werde, auf Wunsch der Standbetreuung), aber die könnt ihr euch gerne auf der oben angegebenen Homepage anschauen. Da sieht man auch bessere Fotos :P


Fazit

Allgemein lassen sich zwei Strömungen feststellen:

a) Bio-Baumwolle, Ökomode usw.     b) Recyclingmode
Ich hoffe weiterhin auf eine Vatiante c), da ich mich momentan zu keiner der beiden Bewegungen hingezogen fühle... :/

Freitag, 3. Mai 2013

Voranmeldung: die Suche nach GRÜNER MODE beim Modepalast im Wiener MAK

Nachdem ich in meinem letzten Post "Faire Kleidung - H&M Boykott?" zu oft erwähnt habe, dass grüne Modelabels großteils keine fesche Fashion anbieten (höhö, fesche fashion) habe ich beschlossen, den MODEPALAST im Museum der angewandten Künste (MAK, Wien) zu besuchen.
Heuer gibt es eine Großzahl an fairer und umweltfreundlicher Aussteller.
Hier ein Link blablahallaballa

Ich bin schon waaaahnsinnig gespannt, weil ich ja auch unbedingt in dieses Business einsteigen möchte :D.
Ich hoffe, dass ich viele anregende Gespräche haben und interessante Leute kennenlernen werde, tolle Bilder machen und euch im Anschluss was cooles berichten kann ;).
Damit wir endlich wissen, dass es doch voran geht! Jippie!

Mittwoch, 1. Mai 2013

Faire Kleidung - H&M Boykott?

Seid gegrüßt ihr Lieben!

Der Titel meines Post beschreibt heute ausnahmsweise nichts was ich tue oder vorhabe, zu tun - zumindest nicht direkt. Nach einigen Diskussionen und gesammelten Erfahrungen in letzter Zeit habe ich lediglich beschlossen, meinen Gedanken über dieses Thema öffentlich freien Lauf zu lassen.

Ich lerne immer mehr Menschen kennen, denen es besonders wichtig ist, mit ihrem Konsumverhalten keine.. nennen wir es "unfaire" Verhältnisse, zu fördern. (In vielen Fällen wäre unfair ja weit untertrieben!)
Genau wie es Rohköstler, Veganer, Vegetarier, Fisch-Vegetarier und sonstige Einstellungen gibt, findet man auch in diesem Bereich verschiedenste Maßnahmen, die Menschen ergreifen um mit ihrem Handeln ein Zeichen zu setzen:

  1. Gruppe A: Leute die überhaupt gar kein Gewand mehr bei Kleiderketten einkaufen (ob nun H&M, C&A, Zara, Mango, Pimpkie...) nennen wir sie XY, sondern stattdessen in Secondhand- und Vintageläden, auf Flohmärkten oder bei Tauschbörsen ihre Teile erstatten. Gegebenenfalls wird auch bei Öko-Labels oder im Faire-Trade-Shop eingekauft, der Konsum von neuen Sachen wird jedoch allgemein eher vermieden.
  2. Gruppe B:Einige kaufen vorwiegend Kleidung aus zweiter Hand, nähen es sich selber und versuchen einem Einkauf bei XY großräumig aus dem Weg zu gehen. Manchmal gibts aber doch eine Ausnahme.
  3. Gruppe C:Erstaunlicherweise, um auf meinen Posttitel zurückzukommen, gibt es auch solche Leute, die aus Prinzip H&M boykottieren. Nur H&M. Was für mich, aus einem ethischen Blickwinkel betrachtet, wenig Sinn ergibt. Doch dazu später mehr.
  4. Gruppe D: Und wahrscheinlich auch die Gruppe, zu der sich die meisten von uns zählen werden sind jene, die zwar Bescheid wissen, gerne etwas ändern würden, aber einerseits zu wenig Geld haben, um sich ausschließlich in fairer und grüner Mode einzukleiden und andererseits keinen Gefallen an erdfarbenen und formlos geschnittener Kleidung finden. Klar, nicht jedes Öko-Label produziert nur Jutesäcke, aber seien wir uns ehrlich...
  5. Gruppe E: Zu guter letzt jene, denen es überhaupt egal ist. Nicht weiter erwähnenswert, ich glaube, wir wissen alle, wen ich meine ;). 
Jetzt fragt ihr euch sicher zu welcher Gruppe ich mich selbst zähle. Tja, so peinlich es mir auch ist, mir, als umweltbewusster, gesellschaftskritischer Mensch, muss ich zugeben, dass ich mich als Mitglied von Gruppe D bezeichne :/...

Welche Rechtfertigung habe ich?

Also eeeeigentlich gibt es für mein unverantwortliches Handeln ja keine richtige Rechtfertigung. Ich liebe einfach 3 Euro Shirts und 10 Euro Hosen und den ganzen bunten Billigkram. Und nebenbei bemerkt kann ich mir mit meinem Einkommen als noch-Schülerin keinen gut aussehenden faire trade Pullover leisten. Geschweige denn, mir alles was ich als anspruchsvolles und halbwegs modebewusstes Mädchen so an Kleidung benötige, von grünen Labels kaufen.

Meine Flohmarkt-Phobie

Ein weiteres Problem, welches ihr nicht unbedingt verstehen müsst ist, dass ich nicht in Second Hand Shops und auf Flohmärkten einkaufen kann. Aus irgendeinem unerklärlichen Grund finde ich Second Hand Kleidung so widerlich, dass es mich jedes Mal reckt. Ja, mir kommts echt hoch. Und das ärgert mich selber wahnsinnig, weil man gerade ich Vintage Läden soooo coole Sachen finden kann. Aber ich habs ein Mal versucht, das Teil ca. 3 Mal gewaschen, Wochen lang in der Tiefkühltruhe gehabt - aber mir ist immer speiübel geworden, sobald ich es anziehen wollte. 

Etwas anderes ist es, wenn ich dem Verkäufer direkt gegenüber stehe. So war ich vor einigen Tagen zum Beispiel auf einem sogenannten "Fashion Flohmarkt", auf dem lauter nette junge Frauen zwischen 18 und 30 ihre ausgemusterten Teile angeboten haben. 
Um 22 Euro bekam ich:
- 1 Rock von Killah um 5,-
- 1 Rock von H&M casual um 3,-
- 2 Jerseyschals um 6,-
- 1 kurzärmlige Karobluse um 5,- (auch von H&M)

Lustigerweise trage ich seither jeden Tag eines dieser Kleidungsstücke, und das ganz ohne Übelkeit :D. Liegt wahrscheinlich einfach daran, dass mir die ehemalige Trägerin bekannt und sympathisch war...

Arbeitsbedingungen, farie trade, und H&M 

In Gruppe C habe ich euch versprochen, später noch auf dieses Thema zurückzukommen. Here we are. Lange dachte ich auch, dass ein H&M-Boykott eine gute Lösung wäre, dem ganzen Ding mit den schlechten Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit usw. aus dem Weg zu gehen. 
In meiner Schule haben wir ein Fach, das sich "Textiltechnologie und Bekleidungsphysiologie" nennt. Gerade im letzten Jahr haben wir uns intensiv mit Arbeitsbedingungen in verschiedenen Ländern beschäftigt, mit Arbeiterrechten in taiwanesischen Fabriken, mit den Produktionsländern verschiedener Ketten usw.
Hier mögen sich die Geister streiten, aber nach aufwändiger Recherche-arbeit sind wir zu immer erstaunlicheren Ergebnissen gekommen.
Laut meiner Lehrerin, sie sich schon seit Jahren mit diesen Themen auseinandersetzt und Zugang zu verlässlichen Quellen hat, ist es nicht H&M, der es mit seiner Produktion an die Spitze treibt. Nein, im Gegensatz zu diversen anderen Modehäusern ist H&M sogar noch recht gut unterwegs. Am schlimmsten sind die Arbeitsbedingungen angeblich bei C&A. Aber ich will hier nichts verschönen.
Alle diese XY haben haufenweise Dreck am Stecken! 
  • Näherinnen, die 14h am Tag arbeiten müssen, 
  • Sonntags theoretische frei hätten, aber das kann sich keiner erlauben. 
  • Schläge, wenn man in den.. ähäm.. Pausen einschläft, 
  • Schwangere bekommen besonders anstrengende Aufgaben zugeteilt, damit sie ihr Kind verlieren.
  • Seit neuestem werden bei Bränden die Fluchtwege verbarrikadiert.
  • Vom Gehalt brauchen wir gar nicht erst anzufangen.
  • Dazu kommt noch ein hoher psychischer Druck, weil man bei jedem noch so kleinen Fehler gefeuert werden könnte und dann
  • hätte man kein Geld mehr, um häufig als einziger Erwerbstätiger seine Familie ernähren zu können.
Ich bin mir sicher, dass sich hier noch etliche weitere Punkte hinzufügen lassen. So gesehen ist es eigentlich nur richtig, alle XY zu boykottieren, also sich Gruppe A oder zumindest Gruppe B anzuschließen. Der einzige Grund für mich, ausschließlich bei H&M nicht einzukaufen ist nach wie vor der, dass alle dort einkaufen, und dass demnach auch jeder sofort weiß, woher du dein cooles neues Kleid hast. Oder eben irgendein individueller Disziplinierungsversuch... Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden.

Ist Boykott also eine Lösung?

:/ So leid es mir auch tut euch das mitteilen zu müssen, aber nein. So schlimm die Arbeitsbedingungen in China, Taiwan & co. auch sein mögen - diese Leute leben davon! 
Stellt euch vor, wir würden alle nicht mehr bei XY einkaufen. Dann hätten die Fabriken keine Aufträge mehr und müssten nach und nach immer mehr Arbeiter entlassen (natürlich erst, nachdem sie ihre Preise und somit auch die Gehälter gesenkt hätten, wohlgemerkt). Und wenn diese Menschen, wie oben genannt, die einzigen Erwerbstätigen in ihrer Familie waren - was passiert dann?
Auf diese unmoralische Art und Weise, leider, halten wir nämlich tausende Menschen am Leben. 
Wir können uns mit einem Boykott von XY zwar ausdrücklich gegen das stellen, was da passiert und so behaupten, nicht die Schuld mitzutragen. Das alleine ändert aber nichts.
Ich will mit dieser Aussage um Gottes Willen nicht so schlimmen Dingen wie Kinderarbeit usw. einen Freipass geben. Bitte denkt das nicht! Ich will genauso wie ihr (hoffentlich), dass wir bald eine andere Lösung finden. 

Was wäre die Lösung?

Ich kann keine Reformation der weltweiten Arbeitsgesetze fordern. Denn auch wenn herkömmlichen Fabriken mehr Geld gezahlt wird, damit die Arbeitsverhältnisse und die Bezahlungen fairer und vor allem menschlicher werden - wer garantiert uns, dass die Chefs nicht doch alles selbst einstecken und sich im Grunde nichts ändert? Wer garantiert uns, dass hinter bestimmten Zertifizierungen auch wirklich das steht, wofür wir letztendlich bereit waren, mehr zu zahlen?
Ich schreibe zwar einen Post zu diesem Thema, aber das heißt nicht, dass ich alles besser weiß und versuche, euch von meinen Ansichten zu überzeugen. Ich möchte nur zu den Menschen gehören, die erste Schritte in eine humanere Richtung tun. Unseren Mitmenschen und unserer Umwelt zuliebe.
Deshalb kann ich bloß das tun, was als Absolventin einer Modeschule in meiner Macht steht:

Firmen suchen, die schöne ökologische Naturfasern produzieren und
meine Kleidung ausschließlich aus deren Stoffen herstellen lassen.
Die Entwürfe von Nähern und Näherinnen umsetzen lassen, die nach meiner Vorstellung von fairer Bezahlung entlohnt werden,
und die nach meinen Vorstellungen von fairen Arbeitszeiten und Arbeitsbedingungen arbeiten.

Doch zu allererst muss ich natürlich selbst damit beginnen. Und ohne Scheiss (entschuldigt die Ausdrucksweise, aber echt jetzt!), zu Gruppe D zu gehören ist schon um einiges besser, als einfach blind durchs Leben zu torkeln. 
Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn ich mit diesem Post einige von euch sozusagen "upgraden" konnte ;), wenn ihr wisst, was ich meine.


Und jetzt seid ihr drann :D!

  • Wie seht ihr das?
  • Was tut ihr oder was tut ihr nicht?
  • Zu welcher Gruppe würdet ihr euch zählen?
  • Was ist eurer Meinung nach die beste Lösung?

Alles Liebe und bis zum nächsten Mal :)