Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...

Samstag, 19. Januar 2013

Zuckeralternativen

Manchmal habe ich so das Gefühl, dass ich nicht der einzige Mensch im World Wide Web bin, der eine negative Einstellung konventionellem Zucker gegenüber hegt. Wenn ich z.B. zu viel von dem weißen Zeug (Zucker!!) erwische werde ich aggressiv, launisch, weinerlich, deprimiert, bekomme oft Bauchschmerzen und fühle mich aufgestaut. Not nice!

Ich werde euch nun ein paar gesunde Alternativen zum herkömmlichen Zucker (Rübenzucker, weißer Zucker) aufzählen und zeigen, wie man diese am besten einsetzt:
  • Agavendicksaft
  • Ahornsirup
  • Apfeldicksaft
  • Bananen
  • Honig
  • Melasse
  • Reissirup
  • Stevia
  • Trockenfrüchte allgemein (Datteln, Aprikosen...)
  • Vollrohrzucker
  • Zuckerrohrsirup

Agavendicksaft 

Ein gelber Sirup/Dicksaft, der aus einem Aloegewächs, der Agave, gewonnen wird.

http://www.enchantedgardenaz.com/images/plants/Agave_americana.jpg

Der kommt, für meinen Geschmack, dem gewohnten weißen Zucker am nahsten. Das heißt, Agavendicksaft hat, im Gegenteil zum Ahornsirup oder zu Stevia, nicht wirklich einen markanten Eigengeschmack.



Verwendungsvorschlag: 
Überall! --> Zum süßen von warmen und kalten Getränken (Kakao, Tee, Limonade...)
--> Beim backen. Sollte man jedoch Zucker durch Agavendicksaft ersetzen so muss man darauf achten, dass der Teig nicht zu flüssig wird.
--> Für Salatdressings, Saucen, süß-saure Gemüsepfannen

Wo bekomme ich das?
In diversen Supermarktketten, aber auf jeden Fall im Bioladen/Reformhaus


Ahornsirup 

...Ist der Saft des Ahornbaumes. Ich liebe ihn, andere weniger. Aufgrund seines starken Eigengeschmacks finde ich ihn als allgemeines Süßungsmittel eher weniger geeignet. Ahornsirup hat ein sehr starkes Eigenaroma, was aber nicht unbedingt schlecht ist ;).

Verwendungsvorschlag:
--> Über Griesbrei gießen (oder andere Getreidebreie), auf Toast, mit (Soja)Joghurt, für Shakes, Vanillepudding, Palatschinken (Pfannkuchen), über Milcheis und Milchreis....
--> Zum süßen von Müslis
--> Eventuell als Teilsüße beim backen

Wo bekomme ich das?
Im Supermarkt, Bioladen, Reformhaus, Drogerie...


Apfeldicksaft

Äpfel zu Saft verarbeitet, mittels kochen eingedickt und somit bleibt schließlich der natürliche Fruchtzucker übrig. Achtung, nicht zu verwechseln mit künstlich hergestellter Fruktose!
Weniger starker Eigengeschmack, ähnlich wie Agavendicksaft einzusetzen, ist jedoch etwas teurer.



Verwendungsvorschlag:
--> Backen
--> Müslis und Shakes, Breie usw.
--> Getränke

Wo bekomme ich das?
Bioladen/Reformhaus, in diversen Drogerien. Eventuell auch in ausgewählten Supermärkten


Bananen

Zerkleinert, bzw. pürriert, hat meine Mama immer Bananen und Rosinen in den Teig von Muffins oder sonstigen Kuchen getan. Diese Frucht süßt nicht nur sondern ist auch ein hervorragender Ei-Ersatz. Einzig und alleine mit der Tatsache, dass jeder Kuchen automatisch zum Bananenkuchen wird, muss man sich anfreunden..

Verwendungsvorschlag:
--> Backen, allgemein süße Teigkreationen.
--> Shakes

Wo bekomme ich das?
What a question... tztzz


Honig

http://www.biobiene.at/attachments/Image/Honigwabe1.jpg


Streitpunkt: vegan, nicht vegan? Ich jedenfalls esse Honig, das gebe ich ganz offen zu. Ich bin überhaupt kein Freund von weißem Zucker, daher nehme ich, wenn überhaupt, lieber Honig. Zudem weist Honig Enzyme auf und ist somit allemal besser als Zucker.

Verwendungsvorschlag:
--> Brotaufstrich, aber auch auf Reiswaffeln u.a.
--> Manche verwenden Honig gerne zum backen. Ich auch, wenn ich z.B. Honiglebkuchen mache. Allgemein gilt Honig aber als Rohkost und verliert daher, wenn er über 40°C erhitzt wird, seine wertvollen Enzyme. Somit ist er dann nicht wirklich besser als Zucker. Im Ayurveda ist es sogar verschrien, Honig zu erhitzen. Er sei dann extrem toxisch!
--> Süßen von Getränken, etwa Gewürztee mit (Soja)Milch

Wo bekomme ich das?
Natürlich überall. Sprich: Supermarkt, Bioladen, Reformhaus, Drogerie etc. Ich jedoch bevorzuge einen Imker aus der Umgebung von dem man weiß, wie er die Bienen züchtet, behandelt usw. Also keine Massenware! 


Melasse

Melasse (Zuckerrübensirup) ist sozusagen der Abfall der Zuckerproduktion. Beim raffinieren des Rübenzuckers wird getrennt in Kristallzucker und Melasse. 
http://www.dw.de/image/0,,15666474_401,00.jpg

Letztere beinhaltet alle Nährstoffe die dem Zucker beim Raffiniervorgang genommen werden, unter anderem Kalzium und Eisen.
Dieser dicke Sirup hat jedoch einen wahnsinnig starken Eigengeschmack und eignet sich daher nur ganz spezifisch zum süßen.

Verwendungsvorschlag:
--> Als Brotaufstrich
--> Wems schmeckt, der kann auch Tee oder Ketreidekaffee damit süßen.
--> In geringen Mengen zum Backen. Super für Linzertorte, da diese dann weicher und feiner wird.

Wo bekomme ich das?
Im Drogeriemarkt, sowie im Bioladen und im Reformhaus. Ein paar exquisitere Supermärkte könnten ebenfalls Melasse im Sortiment haben.


Reissirup

Reis ist ja ohnehin schon ein eher süßliches Getreide, aufgrund der Stärke. Wer kennt nicht die von Natur aus süße Reismilch? Genau. Ein paar Fertigprodukte werden mittlerweile schon mit Reissirup gesüßt.

Verwendungsvorschlag:
--> Backen
--> Breie
am besten einfach ausprobieren.

Wo bekomme ich das?
Bioladen, Reformhaus, ev. Drogerie. Ansonsten einfach online bestellen :)


Stevia

Stevia nennt man die Pflanze, aus der dann das, seit einem Jahr endlich auch in Europa zugelassene, Süßungsmittel gewinnt, den sogenannten Stevia Extrakt. Dieser wurde von großen Getränkeherstellern mit offenen Armen begrüßt. Aber leider nicht von deren Publikum. Tatsächlich hat Stevia eine sehr seltsame Süße. Von flüssigem Stevia braucht man auf 100 g Mehl nicht viel mehr als 5 Tropfen (!).


Die Süße ist von der Sorte, die man anfangs nicht bemerkt, welche sich aber im Nachhinein stark ausbreitet. Mich erinnert sie ein wenig an Kokos.

Verwendungsvorschlag:
--> Nicht alleine verwenden. Man kann schon, schmeckt aber eher eigenartig. Daher empfehle ich, Stevia mit anderen Süßungsmitteln, z.B. Bananen, Agavendicksaft oder Rohrohrzucker zu mischen und den Anteil der zuletzt genannten entsprechend zu vermindern.
--> Backen, Shakes, Müslis...

Man beachte: 100 g Zucker = 1 1/4 Tl flüssiges Stevia oder 3/4 Tl Steviapulver

Wo bekomme ich das?
Bis jetzt nur in Bioläden und Reformhäusern. Es sei denn als Süßungsmittel in Getränken (auf den Zutatenlisten als Stevioglycosid zu finden). Auf jeden Fall aber erhältlich in Onlineshops.


Trockenfrüchte

In der Küchenmaschine zerkleinert einfach dem Kuchenteig hinzugeben. Merkt man kaum, da Trockenfrüchte im Teig einfach nur mehr süß sind. Man kann sie aber ebenfalls in den Mixer geben und mit anderen Zutaten pürieren.

Verwendungsvorschlag:
--> Backen
--> Müslis
--> Shakes
--> Pralinen aus zerkleinerten Trockenfrüchten, geriebenen Nüssen oder Kokosflocken und Kakao :D

Wo bekomme ich das?
Überall, in jedem Lebensmittelgeschäft und in jeder Drogerie.



Vollrohrzucker

Sicher wisst ihr, dass man nicht nur Kristallzucker aus Zuckerrüben herstellen kann, sondern auch aus Zuckerrohr.

http://www.dw.de/image/0,,15666474_401,00.jpg

Vollrohrzucker ist deshalb anders, weil er noch nicht von der Melasse getrennt, sondern nur getrocknet wurde. Somit enthält er noch alle wertvollen Nährstoffe und ist eine suuuuper Zuckeralternative! Er schmeckt jedoch ein wenig karamellig.



Verwendungsvorschlag:
--> Wie normaler Zucker. Auch nichts zu beachten bzgl. zu viel Flüssigkeit. Ganz normal.

Wo bekomme ich das?
Der oben abgebildete Zucker ist vom DM. Logischerweise erhält man gleiches auch im Bioladen und im Reformhaus.


Zuckerrohrsirup

Siehe "Melasse". Ist das selbe, bloß aus Zuckerrohr und nicht Zuckerrübe. Wir haben letztens einen sehr guten in einem Ethnosupermarkt bekommen. 

Kommentare:

  1. Hi...

    also Rohrohrzucker ist nicht dasselbe wie Vollrohrzucker. Rohrohrzucker ist teilraffiniert und damit schlechter (weil mineralienärmer) als Vollzucker.

    Stevia ist erstmal nur eine Pflanze und kein Süßstoff. Aus Stevia gibt es eine Fülle völlig unterschiedlicher Süßstoffe! Rebaudiosid ist was ganz anderes als Steviosid. Wäre, wie wenn man Honig und Zucker gleichsetzt... auch geschmacklich.

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Hey, danke für dein konstruktives Kommentar! Werde ich mir merken

      Löschen
  2. Hey Vera,
    eine echt tolle Zusammenfassung hast du da! Ich sträube mich auch immer gegen "echten" Zucker, dieses weiße Industriezeugs hat ja leider nichts mehr mit wirklicher Süße zu tun :(
    Allerdings wusste ich bis jetzt nicht, wie ich ihn beim Kuchenbacken ersetzen kann, bis ich dann letztens wirklich vor der Not stand und ihn einfach durch Stevia und Agavendicksaft ersetzt habe - et voila! - die Muffins wurden nicht anders als sonst und waren trotzdem noch gesünder!
    Liebe Grüße,
    Laura :)

    AntwortenLöschen
    Antworten
    1. Freut mich, dass ich dir helfen konnte :)
      Übrigens, bei Pfannkuchen funktioniert das mit Agavendicksaft hervorragend! Trägt auch gut zur Konsistenz bei

      Löschen
  3. Hey Vera,

    vielen Dank für die tolle Zusammenfassung. Ich ernähre mich seit April 2013 vegan und versuche komplett auf Zucker zu verzichten. Nur eben beim Backen war es bisher immer etwas schwierig - die Muffins wurden mit dem Agavendicksaft nämlich wie oben beschrieben zwar toll süß - aber eben einfach zu matschig! Dank Deiner Ratschläge habe ich nun eine Fülle an Möglichkeiten und Varianten gefunden und werde mich demnächst mal ans Ausprobieren heranwagen.
    Liebe Grüße Tina

    AntwortenLöschen